Mittwoch, 31. Oktober 2007

TV macht einen dick

Heute bin ich mit einem dicken Bauch herumgelaufen, und auch U-Bahn gefahren. Nicht weil ich jahreszeitgemäß wesentlich mehr Pfunde auf den Rippen habe, sondern weil einen Fernseher vor mir trug. Man möchte meinen, dass ich tatsächlich dick war, weil meine Jacke (schwarz) mit dem TV-Gerät (schwarz) kongenial harmonierten. Aber es sah einfach nur so aus. Dies ist eine Erklärung aus freier Entscheidung, um die Sache richtig zu stellen und keinen falschen Eindruck des Bildes zu geben. Ich wurde nicht dazu aufgefordert.
Auf jeden Fall kam ich mir recht gut dabei vor, sollte es mir doch Aufmerksamkeit und die Blicke der Leute schenken. Und während meines Weges, der mit dem Ziel ihn zu beenden abschloß, habe ich Erkenntnis über Menschen gewonnen, die ich in drei Kategorien teile:
1. ) Menschen, die mich nicht beachtet haben. Warum auch immer. Hier war es nix mit freundlichen Blicken oder einfach nur Blicken. Dieser Typ war ganz woanders mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Wieso wurde ich von ihnen ignoriert?
2. ) Menschen, die mich indirekt oder direkt belächelt haben. Ja, so etwas gibt es auch. Nicht weiter zu erwähnen. Ich glaube aber, dass sie mit ihren kurzen Momenten mir viel Glück geschenkt haben, Momente, in denen ich mich nicht alleine fühlen musste. Endlich habe ich Liebe erfahren.
3. Typ: proaktive Menschen, die mich freundlich grüßten und sich ungeniert wunderten.
Ich habe es nicht als Schmach gewertet. Ein FastFoodProduzent, der in großen Tonnen so alles mögliche fritiert und gährt, hat mich gefragt, ob ich den Fernseher verkaufen möchte. Das Angebot, den Fernseher gegen zwei Monate freies Essen bei ihm einzutauschen, wurde seinerseits leider durch Sprachverständnisse ausgeschlagen. Nach kurzer Erläuterung der Situation bekam ich einige Kartoffelscheiben auf die Hand und zog meines Weges weiter. An späterer Stelle wurde mir dann ein seicht freundlicher Gruß einer reizenden Dame nicht zuteil, den ich an ähnlicher Stelle am Abend zuvor von ihr noch erhalten hatte. Tja, die Zeiten ändern sich und das geht manchmal ganz schön schnell.

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